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20
Nov 17

Kein Zuschlag bei Kreditkartenzahlungen (VISA, MasterCard) ab 2018!

Nach dem neuen Gesetz dürfen Händler am Ende des Bezahlvorgangs keine Gebühren mehr erheben, wenn der Kunde per Visa, MasterCard, Überweisungen und Lastschriftverfahren im SEPA-System, die Zahlung abwickelt.

Im E-Commerce ist die Zahlung per Kreditkarte beliebt und weit verbreitet. Bei Händlern gilt sie als sicheres Zahlungsverfahren, da ein spezielles System auf Basis der eingegebenen Daten die Bonität des Kunden überprüft. Die für den Händler anfallenden Gebühren der Kreditkartenfirmen und Zahlungsinstitute werden dem Kunden bei vielen Online-Shops vor der endgültigen Bezahlung des Einkaufs in Rechnung gestellt.

Zahlungsdiensteumsetzungsgesetz

Ab Januar 2018 dürfen Online-Händler diese für sie anfallenden Kosten nicht mehr an die Kunden weitergeben. Grund dafür ist das am 1. Juni 2017 im deutschen Bundestag verabschiedete Zahlungsdiensteumsetzungsgesetz (ZDUG). Demnach dürfen für alle gängigen Zahlungsmittel keine Zusatzgebühren verlangt werden. Mit dem ZUDG wurde die EU-Zahlungsrichtlinie (EU-RL 2007/64/EG) umgesetzt, die europaweit sowohl im Online-  als auch im stationären Handel gilt.

Die noch geltende Gesetzeslage erlaubt es dem Händler die anfallenden Gebühren bei Kreditkartenzahlungen an den Kunden am Ende des Bezahlvorgangs weiterzugeben (kostendeckend, kein Gewinn erlaubt), wenn er mindestens eine gängige Zahlungsart kostenlos anbietet, z.B. Kauf auf Rechnung.

Nach dem neuen Gesetz dürfen Händler am Ende des Bezahlvorgangs keine Gebühren mehr erheben, wenn der Kunde per Visa, MasterCard, Überweisungen und Lastschriftverfahren im SEPA-System bezahlt. Andere Zahlungsdienstleister wie Paypal, Paydirekt, American Express, DinersClub etc., sind durch das neue Gesetz nicht erfasst. Es ist aber davon auszugehen, dass sich das in Zukunft ändern wird, nachdem die genannten Anbieter ihre Vertrags- und Preisstrukturen angepasst haben um von der Regelung Gebrauch machen zu können.

Mehr Transparenz, mehr Sicherheit

Das neue Gesetz bedeutet für den Kunden mehr Transparenz, da am Ende des Bezahlvorgangs keine Zusatzkosten dazukommen. Händler müssen allfällige Kosten einkalkulieren und ihre Preise dementsprechend gestalten.

Die Haftungsgrenze für Verbraucher bei nicht authorisierten Zahlungen im Internet (grob fahrlässig oder absichtliche Handlung ausgenommen) werden von bisher 150 Euro auf 50 Euro herabgesetzt. Gesetzlich verankert wurde auch das achtwöchige Recht Lastschriften ohne Angabe von Gründen zurückzuholen.

Was bedeutet das für österreichisches E-Commerce?

Falls ein Kunde aus Deutschland bei einem Online-Shop mit Sitz in Österreich bestellt, kommt das Herkunftslandprinzip zum Tragen. Dieses besagt, dass der Website-/Webshop-Betreiber den gesetzlichen Vorschriften unterliegt, in welchem sich der Unternehmenssitz befindet. Es gibt allerdings zahlreiche Ausnahmen von diesem Prinzip (z.B. das Verbraucherschutzrecht). In diesen Fällen muss der Dienstanbieter jene Rechtsvorschriften beachten, welche im Land des Kunden gelten.

Die EU-Zahlungsrichtlinie (EU-RL 2007/64/EG) ist bis zum 13.Jänner 2018 in nationales Recht umzusetzen. Es ist daher davon auszugehen, dass Österreich mit Deutschland beim Zahlungsdienstrecht bald gleichziehen wird.

Fazit

Händler die ab Januar 2018 für die genannten Zahlungsarten am Ende des Bezahlvorgangs weiterhin Gebühren verlangen, müssen mit Abmahnungen bzw. Rückforderungen der Gebühren durch die Kunden rechnen. Daher sollten Händler rechtzeitig ihre Preiskalkulationen und Zahlungsmodelle anpassen.

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