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Sep 12

Mobiles Webdesign versus Responsive Webdesign

Der US Präsidentenwahlkampf ist voll im Gange und wir erleben die öffentlichen Auftritte der beiden Kandidaten täglich mit. Während die beiden Kandidaten heiße Debatten führen, ist eine interessante Entwicklung der mobilen Webseiten Nutzung zu beobachten.

Der US Präsidentenwahlkampf ist voll im Gange und wir erleben die öffentlichen Auftritte der beiden Kandidaten täglich mit. Während die beiden Kandidaten heiße Debatten führen, ist eine interessante Entwicklung der mobilen Webseiten Nutzung zu beobachten. Es zeigt sich, dass sich die beiden Kandidaten für zwei unterschiedliche Strategien entschieden haben. Während der republikanische Kandidat Mitt Romney mit seiner mobilen Website wirbt, hat sich der demokratische Barack Obama für eine Webseite mit responsive Design entschieden. Um festzustellen wie gut die beiden unterschiedlichen Webseiten funktionieren, bedarf es noch ein paar Fragen zu klären.

Warum spielen mobile Webseiten so eine große Rolle bei diesem Wahlkampf?

311 Millionen Menschen in den USA – die Hälfe der Erwachsenen – besitzen ein Smartphone. Dazu kommt, dass 28 % der Amerikaner in erster Linie über ihre mobilen Geräte ins World Wide Web gelangen. Somit bietet das mobile Internet eine große Chance für die Kandidaten eine breite Masse an Wählern zu erreichen und aus Internet-Usern auch Wähler zu machen. Es gibt heute bereits eine Vielzahl an Netzwerken über die potenzielle Wähler erreicht werden können. (Soziale Netzwerke, Email Kampagnen, SMS Kampagnen usw…)
Warum werden die Webseiten der Präsidentschaftskandidaten besucht?

Die Besucher suchen vordergründig Informationen über die Kandidaten, oder sie wollen mit Ihnen in Aktion treten. Dabei liest der User oftmals den Lebenslauf, die Hintergründe und die Einstellungen der Kandidaten weiteres interessieren sie sich auch für regelmäßige Updates und Blog Einträge. Die Kandidaten nutzen ihre offizielle Webseite auch dazu direkte Informationen bereitzustellen, die nicht über die Medien verzerrt wurden.

Der aktive User sucht Wege seinen Kandidaten bei der Wahl zu unterstützen. Dabei werden die Besucher der Seiten dazu aufgerufen Geld für die Kampagnen zu spenden, oder den Newsletter zu abonnieren. Aktive Benutzer wollen auch mit Ihrem Kandidaten über Soziale Medien in Kontakt treten, oder sie wirken oftmals freiwillig bei der Kampagne ihres Kandidaten mit.

Beurteilungskriterien: Layon´s Theorie der mobilen Motivation

Wie effektiv die Einflüsse von Romneys und Obamas Ansichten auf die bestehende Wirtschaft, Außenpolitik, Sozialpolitik und andere wichtige Bereiche sind, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Kristofer Layon entwickelte dazu eine interessante Sichtweise, die auf die Maslowsche Bedürfnishierarchie aufbaut. Die Maslowsche Bedürfnispyramide ist eine sozialpsychologische Pyramide die menschliche Bedürfnisse und Motivationen beschreibt und diese zu erklären versucht. Herr Layon wendet die Maslowsche Theorie auf die Bedürfnisse der Mobile Web User an.

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quelle: Bild: Pyramide 1

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quelle: Bild: Pyramide 2

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quelle: Bild: Pyramide 3

 

Zugriff:

An erster Stelle steht der reibungslose Zugang der User zum Internet. Das beste Webdesign bringt nichts, wenn der User die gewünschten Informationen nicht sehen kann. Bereits 28 % der US Amerikaner verlassen sich auf Ihre mobilen Geräte um ins Internet zu gelangen. Entscheidend dabei ist, dass der User findet was er sucht und die Informationsfülle nicht von seinem Gerät abhängt, sondern der Zugang zur Information von allen mobilen Geräten aus gleich gut ist.

Barack Obama

Barack Obamas mobile Webseite verfügt nicht über einen Link zu einer mobilen Version der Webseite, weil sie die gleiche Codebasis wie die Desktop Website besitzt. Bei einer responsive Website hat der User eine größere Change die gleichen Informationen wie auf der Website zu finden.

Mitt Romney

Bei Romneys Website werden die User über einen externen Link auf seine separate mobile Webseite verwiesen. Die mobile Website wurde von Designern unabhängig zur bestehenden Seite gestaltet und birgt einen wesentlichen Nachteil: Nur ein Teil der Informationen der originalen Webseite sind in der mobilen Version zu finden.

Es ist ein Mythos, dass der mobile Internetuser nicht Zugriff auf alle Information der Desktop Webseite über sein mobiles Gerät will. Wichtige Fragen können dabei unbeantwortet bleiben und zu Verwirrung führen. Ein weiteres Problem ist das URL Management. Desktop Webseiten und mobile Webseiten haben verschiedene URLs. Das kann dazu führen, dass die Weiterverlinkung nicht gut funktioniert. Desktop Webseiten und mobile Webseiten mit gleicher URL erleichtern dem User wesentlich den Zugang zu gewünschten Informationen, egal welches Gerät der User verwendet.

Interaktion:

Der problemlose Zugriff auf eine Website ist Grundvoraussetzung für den User. Was passiert wenn der User auf der Website ist? Der Besucher muss sich auf der Seite zu Recht finden und mit dem Inhalt interagieren können. Die Navigation, im Besonderen bei mobilen Geräten sollte einfach funktionieren, sodass der User findet was ersucht.

Barack Obama

Bei dieser Seite kommt eine „left fly-out Navigation“ zum Einsatz: die Navigation öffnet sich links oben, wenn der User mit der Maus über einen Menüpunkt fährt. Da die Navigation sehr komplex ist entstehen weitere Probleme: die Website funktioniert auf einer Vielzahl von mobilen Geräten nicht. Plötzlich hat die Seite gar keine Navigation mehr. Um diese Probleme zu vermeiden bedarf es neuer Techniken, damit die Seite gut funktioniert.

Mitt Romney

Die relativ simple Navigation von Romneys Webseite steht im großen Kontrast zur Navigation von Obamas Webseite. Die Navigation liegt wie ein Armaturenbrett über der Seite und verfügt dazu über einen „Back-Button“ um zur Startseite zurück zu finden. Die Nachteile bei dieser Seite sind der limitierte Zugang zu Informationen. Die Effektivität der Seite leidet sehr darunter, dass bei jedem Klick eine neue Seite aufgebaut werden muss. 

Scrolling:

Scrollen ist eine interessante Funktion bei mobilen Webseiten, damit der User schnellen Zugang zu den Informationen hat.

Mitt Romney

Die Webseite hat eine akzeptable Seitenlänge und der User findet ohne große Verwirrung die gewünschten Informationen, außerdem muss der User nicht viel scrollen, um zu finden was er sucht.

Barack Obama

Die Website von Barack Obama verfügt über eine große Fülle von Informationen. Die gesuchten Inhalte sind oft sehr weit unten auf der Webseite zu finden, wodurch die Seitenlänge extrem lang wird. Der User verliert völlig den Überblick und die Seite wird impraktikabel. Es folgen lange Ladezeiten und die Performance ist unzumutbar.

Leistung:

Die durchschnittliche Website hat 1 MB, wobei 71 % der User mobiler Webseiten eine gleichschnelle sowie schnellere Performance der mobilen Webseite erwarten. Ganze 75 % der User verlassen eine mobile Website, wenn diese mehr als 5 Sekunden zum Laden benötigt. Um festzustellen wie gut eine Seite funktioniert, gibt es das Tool „Blaze.io“ welches die Performance prüft.

Mitt Romney

Romneys Mobile Webseite hat 687 KB und lädt ca. 8,75 Sekunden. Trotz der 5 Sekunden Marke ist die Seite kleiner als die Durchschnittsseite.

Barack Obama

Obamas Mobile Webseite hat 4,2 MB und lädt ca. 25 Sekunden. Bei solchen Ladezeiten entstehen große Zugangsschwierigkeiten. Die Seite lässt sich kaum rendern, weil sie einfach zu groß ist.

Verbesserung mobiler Webseiten:

Mobile Kommunikation: Es gibt eine Menge Möglichkeiten zur Verbesserung des mobilen Webdesigns. Der User kann mit dem Klicken eines Links einen Anruf auslösen. Diese Funktionalität auf Obamas Website gibt dem User die Möglichkeit einen Anruf in seinem Namen zu machen.
Durch die Verbesserungen der Formulare bei HTML5 ist es möglich ein passendes virtuelles Keyboard darzustellen. Jede Form der Erleichterung der Funktionalität kann zu mehr Kommunikation führen.

Geolocation ist eine sehr bedeutende Funktion über die der User relevante Informationen beziehen kann. Bei Obamas Website können die Benutzer auswählen in welchem Staat sie leben. Vielleicht führt diese Funktion einmal so weit, dass sie eine Art Identifizierung des Users wird. Die Funktion erspart auch Schritte beim Ausfüllen von Formularen und erschließt neue innovative Funktionen.

Touch Events:

Das Schöne an den Touchscreens mobiler Geräte ist, dass sie uns die Möglichkeit bieten direkt mit Inhalten zu interagieren und zusätzlich Spaß machen. Es können ganze Bildergalerien durchsucht werden, oder ein Überblick über die Ansichten der Kandidaten gefunden werden.
Es gibt noch unzählige Möglichkeiten von Verbesserungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Archivierung von Offline Daten oder Funktionen mit denen die Touch Screen Events noch besser genutzt werden können.

Wer gewinnt die Wahl?

Nach der Analyse der beiden Webseiten kann man nur schwer sagen wer die Wahl gewinnen wird. Bei beiden Webseiten wurde viel Mühe investiert, die Seiten in ein mobiles Erlebnis zu verwandeln und sie mobilfreundlich zu gestalten. Es bedarf weiterhin einer stätigen Verbesserung der mobilen Webseiten, um den User besser mit Information zu versorgen. Während wahrscheinlich das Webdesign die Wahl der Kandidaten nicht entscheiden wird, beeinflusst das Webdesign wesentlich wie die beiden Kandidaten von der Wählerschaft wahrgenommen werden. Bei webaffinen Wählern könnten die Webseiten die Wahl der Kandidaten entscheidend beeinflussen.

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