medani-pixel
news
10
Okt 19

Kapieren statt kopieren

Vermutlich nirgendwo wird so viel kopiert und abgeschaut wie im Designbereich. Heutzutage ist eine Idee oder Inspiration nur einen Klick entfernt, und damit ist es für die Faulenzer unter den Designern umso leichter die (Vor)Arbeit anderer als seine eigene zu verkaufen.

Schlichtes Kopieren und Kleinigkeiten des Originals zu ändern ist für den moralisch erhabenen Designer jedoch keine Option. Vielmehr gilt es, sich von der Arbeit anderer inspirieren zu lassen und die Grundidee hinter einem Design im eigenen Stil und evtl. mit anderen Stilmitteln umzusetzen. Aber in einer global vernetzten Welt kann es durchaus schwierig sein etwas Neues zu „erfinden“, da man häufig das Gefühl bekommt, dass alle Ideen schon ausgeschöpft wurden. Der Ideenbaum bietet nur eine begrenzte Anzahl an frischen Früchten, und vielen reichen auch die einfach zu erreichenden, tiefhängenden Früchte.

Prinzipiell ist es nichts verwerfliches, ein bestehendes Design in seinem Stil zu kopieren. Es ist, wie man so schön sagt, noch kein Meister vom Himmel gefallen, und an die Arbeit anderer anzuknüpfen ist auch eine wichtige und gute Übung. So erhält man nicht nur ein Gefühl für verschiedene Stilmittel, Ausdrucksmöglichkeiten und Stile, sondern gewinnt auch einiges an Erfahrung dazu. Aber wie erschafft man einen eigene, wenn nicht sogar neue Idee?

Die richtige Richtung

1. Mit aktuellen Trends mithalten und sich vor allem Gedanken über die Idee hinter dem Design machen. Wieso wurde bei diesem Element z.B. mehr mit Linien anstatt mit Kurven gearbeitet?

2. Den eigenen Stil entwickelt man über kurz oder lang von ganz allein. Über die Jahre sammelt man verschiedenste visuelle Eindrücke und Gestaltungsideen, welche am Ende der Reise dann das eigene Repertoire bilden.

3. Lernen ist Erfahrung. Alles weitere ist nur Information. Je mehr ihr selbst aktiv an euren Ideen arbeitet und damit experimentiert, desto leichter fällt es euch neue Ideen gezielter umzusetzen.

Kopieren muss nicht immer gleich kopieren sein. Wenn ihr eine bereits bestehende Idee weiterdenkt bzw. andere Aspekte an einem Konzept in andere Richtungen weiterentwickelt, bewegt ihr euch immer mehr von der Kopie in Richtung Original.

Wie lässt man sich inspirieren?

1. Fixiert euch nicht auf einige wenige Vorbilder. So besteht nämlich die Gefahr, dass ihr in einer Blase gefangen bleibt, und eure Idole unterbewusst kopiert anstatt mit euren eigenen Ideen zu experimentieren.

2. Sucht nicht ausschließlich im Design-Kosmos nach neuen Ideen. Nicht nur die Design-Welt bietet Inspiration für Designs.

3. Speziell Musik, Literatur und andere Kunstformen bieten eine Fülle an Inspiration. Vergesst nicht, auch die Natur selbst bietet nahezu unendlich viele Inspirationsquellen.

Seid immer offen und auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen. So sorgt ihr für eine gut durchmischte Basis und hebt euch von anderen ab.

Traut euch anders zu sein!

Gewisse Trends oder Standards haben aus gutem Grund ihre Daseinsberechtigung. Aber auch das klassische Burgermenü – nicht zum Verzehr geeignet – oder Kachellayout waren nicht schon immer da. Habt einen Mutausbruch und experimentiert mit neuen Ideen, egal wie verrückt sie zu Beginn erscheinen mögen. Wer weiß, vielleicht wird euer Design der nächste Standard und bildet die Grundlage für andere, nachkommende Ideen und Designs.

SENDEN
SENDEN