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Wie kann man den Umsatz mithilfe eines Custom Shop System um 250 % steigern?

Ein spannendes Projekt für die Nemetz Entsorgung und Transport AG wollen wir euch in diesem Case vorstellen. Welche Rolle dabei eine gute Konzeption, ein Verständnis für den Kunden sowie gezielte Kommunikation und ein Laravel basiertes Framework gespielt und uns geholfen haben, könnt Ihr hier im Detail nachlesen.

Kunde
Nemetz AG Entsorgungs- und Ressourcenmanagement
Projektdauer
8 Monate
4 Mitarbeiter
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Die Ausgangssituation

Die Nemetz AG operiert österreichweit und hat sich seit Gründung vom Kleinfuhrwerk mit Pferdegespann zu einem innovativen, modernen und nachhaltigen Entsorgungsunternehmen weiterentwickelt. Heute, mehr als 100 Jahre nach der ursprünglichen Gründung, besteht die Nemetz AG aus einem großen Fuhrpark und zwei noch imposanteren Sortier- und Abfallanlagen in Leopoldsdorf und Himberg.

Um den heutigen modernen Anforderungen an ein nachhaltiges Unternehmen gerecht zu werden, hat sich besonders in den letzten Jahren einiges an technischen und strukturellen Innovationen innerhalb des Betriebes getan. Neben dem Fuhrpark wird die technische Ausstattung der Standorte stetig im Sinne der Nachhaltigkeit verbessert. 2004 wurde in Himberg eine eigene Umladestation für den Abtransport mit der Bahn errichtet, so kann ein Großteil des anfallenden Restmülls umweltfreundlich mit der Bahn abtransportiert werden. Neben mehreren Aufrüstungen und Neuanschaffungen der Sortiermaschinen und -stationen, wurde der Betrieb beider Anlagen von mit Heizöl betriebenen Aggregaten mittlerweile komplett auf Strom umgestellt. So werden jährlich etwa 600.000 Liter Heizöl eingespart und zusätzlich hat sich die Lärmbelästigung aufgrund der Heizölaggregate auf ein Minimum reduziert.

Der Webshop im Wandel!

Passend zu den jüngsten Modernisierungen entschied man sich im Jahr 2018 den bereits bestehenden Onlineshop den heutigen Anforderungen anzupassen. So wurde das alte Shopsystem (WooCommerce) von einem neuen und modernen und auf dem PHP-Framework Laravel basierenden System abgelöst. Dieses Projekt hatte es definitiv in sich. Viele Parameter und die äußert komplexen Produktzusammenstellungen sorgten für eine ganz neue Art von Herausforderung, welche sich mit normalen Webshops im weitesten Sinne auch nicht vergleichen lässt. Daneben gibt es insgesamt über 90.0000 „Produkte“ in unterschiedlichster Ausführung im Sortiment . Mit welchen Herausforderungen wir im Detail gekämpft und wie wir sie gelöst haben, beschreiben wir natürlich gerne unterhalb noch ausführlicher.

Startseite des Webshops und Mobilansicht der Produktkonfiguration
Die große Herausforderung

Was war die große Herausforderung? Eine performante Darstellung und Strukturierung des gewaltigen Produktkatalogs. Wie schon erwähnt, handelt es sich um mehr als 90.000 „Produkte“, welche in verschiedenen Ausführungen miteinander kombiniert werden können. So gibt es einerseits verschiedene Arten von Containern, Mulden und Big Bags, als auch Abfallarten und natürlich den Standort wohin der Container geliefert werden soll. Aber – es gibt immer ein aber – es ist nicht jede Abfallart für jeden Containertyp verfügbar und somit auch nicht jeder Container an jedem Standort erhältlich. Das Angebotsspektrum ist also von Standort zu Standort unterschiedlich, genauso wie die Abfallarten und Container. Und um das Ganze noch etwas spannender zu gestalten kann jeder Bezirk andere gesetzliche und organisatorische Abfallrichtlinien haben. In Wien bspw. dürfen gewisse Abfälle mit Baustellenmischabfällen abtransportiert werden, während in anderen Regionen andere Auflagen einzuhalten sind. Das Angebot ist somit extrem dynamisch und von unzähligen externen Faktoren, wie eben dem jeweiligen Standort, abhängig.

Technisches Grundgerüst

Warum haben wir WooCommerce abgelöst? Aufgrund der speziellen Anforderungen an die Produkte bzw. Produktkategorien – es gibt wie bereits erwähnt über 90.000 „Produkte“ bzw. unterschiedliche Produktkombinationen – haben wir uns für die umgesetzte Lösung entschieden. Der Wartungsaufwand wäre bei der Verwendung bestehender, proprietärer Systeme ansonsten enorm. Aktualisierungen wären sehr zeitintensiv, und die Overall Performance sowie der Pagespeed wären nicht sehr gut und somit für den Kunden nicht tragbar. So wurde anstatt eines PrestaShops, welchen wir normalerweise gerne einsetzen, eine Full-Custom-Lösung gewählt die beliebig skalierbar ist und zusätzlich noch die Möglichkeit eines auf die Kundenwünsche zugeschnittenen Backends mit sich bringt.

Nemetz Mulden & Containerservice
Usability

Um den Einstieg in den Shop für den Endkunden so einfach und nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten, startet nun die Shoperfahrung für den Mulden- & Containerservice in einer Eingabemaske, die dazu auffordert die Postleitzahl anzugeben. Im Hintergrund beginnt nun unbemerkt der Filtervorgang und filtert sämtliche Inhalte und an diesem Standort verfügbare Produkte für den Nutzer. Der nächste Schritt verlangt die Angabe der Abfallart, welche ab diesem Zeitpunkt bereits dynamisch generiert und passend für die angegebene Postleitzahl präsentiert wird. Selbiges passiert im nächsten Schritt, wo bereits die passenden Container basierend auf der Vorauswahl dargestellt werden. Im letzten Schritt erhält man eine Übersicht über die Auswahl und kann ggf. noch Änderungen vornehmen, danach geht es direkt zum Checkout. Hervorzuheben ist zB. auch die Tatsache, dass es bereits beim Bestellvorgang möglich ist ein Bild des gewünschten Standortes bzw. der Zufahrt hinterlegen zu können um den logistischen Aufwand schon im Vorhinein zu minimieren. Dies ist nicht nur für den Kunden von Vorteil, sondern erleichtert auch die Arbeit der Nemetz AG um ein Vielfaches.

Design

Auswahl- und Bestellprozess ist für den Nutzer simpel und übersichtlich gehalten, der Endkunde muss sich also nicht mit unnötigen Auswahlschritten, Verfügbarkeit der Container oder den unterschiedlichen Abfallauflagen auseinandersetzen, da im Hintergrund bereits die nötigen Filter gesetzt werden. Durch diese Art der smarten Produktauswahl konnte die User Experience erheblich verbessert werden, da der Fokus lediglich auf drei primären Auswahlparametern liegt (Wo? Was? Worin?).

Zusätzlich findet sich auf der Produktübersichtsseite ein Slider, der ebenfalls dynamischen Inhalt ausspielt. Je nach Auswahl verändern sich die gewählten Container und es wird eine kurze Übersicht der erlaubten und nicht erlaubten Abfallfraktionen dargestellt.

Da hier auch nicht mit fertigen Themes gearbeitet wurde, war das komplette Webdesign etwas zeitaufwändiger und fordernder als sonst. Speziell das Responsive Design ohne Theme zu entwickeln, war eine willkommene Abwechslung. Abgerundet wird das Design durch selbsterstellte Icons und Piktogramme als auch minimalistischen Grafiken wie die vorher erwähnten Mulden- und Containerarten. Diese werden sehr plakativ auch zur Darstellung von Größenverhältnissen genutzt um die realen Bemaßungen leicht verständlich und schnell erfassbar zu machen. In Zukunft wird hier auch noch ein Vergleichstool nachgereicht, welches es dem Nutzer erleichtert die benötigte Größe eines Containers besser einschätzen zu können.

Die Ergebnisse

Nach 8 Monaten Arbeit und der laufenden Weiterentwicklungen, blickt die Nemetz Abfall und Entsorgungs AG auf eine äußerst positive Bilanz zurück. Der Umsatz des Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (JAN 19 -APR 19 / JAN 20 – APR 20) um satte 250 % gesteigert. Der Umstand, dass der neue Onlineshop seit Beginn des Jahres live ist, hat der Nemetz AG auch während der Coronakrise einen enormen Vorteil verschafft. Dadurch, dass das Unternehmen aufgrund der Klassifikation als „kritische Infrastruktur“ den Betrieb auch während der Coronakrise aufrechterhalten konnte, gepaart mit dem neuen Onlineshop, haben der Nemetz AG einen enormen Vorteil verschafft. Anstatt der befürchteten Umsatzeinbußen ist der gegenteilige Fall eingetreten, und die Auftragslage war, wie man an den Ergebnissen unschwer erkennt, auch in Krisenzeiten mehr als befriedigend.

Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung und Optimierung des neuen Onlineshops, wurde unlängst auch ein Partnerportal entwickelt und implementiert. In diesem stellt die Nemetz AG interessierten Partnern die IT-Infrastruktur für die eigene Nutzung zur Verfügung. Teilnehmende Partner können schnell und einfach ihren eigenen Onlineshop mit den eigenen Produkten anlegen und veröffentlichen. Dieses Angebot findet auch bei mehreren Partnern aus der Branche Anklang, auch bei den teilnehmenden Partnern konnten bereits die ersten Bestellungen generiert werden. Für die Nemetz AG eröffnet dieser Umstand eine neue, passive Einkommensquelle, außerdem positioniert sich die Nemetz AG so als „First Mover“ in der Branche.

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